Was tragen versteckte Radarkontrollen zur Verkehrssicherheit bei ?


Radargeräte werden gut versteckt hinter einer Lärmschutzwand, einem Strauch oder auf einem unauffälligen Fahrzeug montiert.

Autos brettern zu schnell vorbei und werden reihenweise geblitzt. Natürlich mit einem „unsichtbaren“ Blitz – dieser wurde ja stolz vor einiger Zeit eingeführt, damit es ja niemand bemerkt und gewarnt wird. Es sollen ja möglichst viele in die Falle tappen. Zusätzlich werden jetzt digitale Kameras mit grossen Speichern eingesetzt, um möglichst viele Temposünder „heimlich“ zu strafen.

Wozu sind diese Radarfallen eigentlich gut ?

Möglichst viel zu kassieren oder die Verkehrssicherheit durch Temporeduktion zu erhöhen ?

Das zweite kanns ja nicht sein – wie wird das Tempo reduziert, wenn man unbemerkt in die Radarfalle tappt und nach Wochen ein Zahlschein ins Haus flattert. Die wenigsten können sich mehr genau an die damalige Situation erinnern und zahlen die Strafe – ohne dass das Tempo reduziert und damit die Verkehrssicherheit erhöht wurde.

Eine tatsächliche Temporeduktion wäre ein sinnvoller Beitrag zur Verkehrssicherheit. Diese kann man aber nur durch sichtbare Geschwindigkeitsmessungen oder sichtbare Polizeipräsenz erreichen. Polizisten, welche sich mit der Radarpistole hinter Sträuchern verstecken, tragen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit nicht sehr viel bei.

Unsere Politiker orientieren sich ja immer wieder gerne an den skandinavischen Ländern – hier ein Beispiel aus Schweden:

Auf Autostraßen ist man mit bis zu 110 km/h unterwegs. Kreuzungen für den Querverkehr dürfen sinnvollerweise nur mit verringerter Geschwindigkeit (z.B. 70 km/h) überquert werden. Diese Geschwindigkeitsreduktion wird durch weit sichtbare Radaranlagen (auf Masten in ca. 2 Meter Höhe) überwacht. Zusätzlich werden diese Radaranlagen durch entsprechende Verkehrsschilder vorher angekündigt. Hier reduzieren tatsächlich alle das Tempo.

Es wäre interessant zu erfahren. welchen Beitrag unser System tatsächlich zur Verkehrssicherheit leistet – oder kann es sein, dass das Kassieren von Strafgeldern im Vordergrund steht ?

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Comments

  1. bertel99 says:

    Kennt ihr die Geschichte von Wilhelm Tell und dem Gesslerhut ?
    Selbst das Bösgesicht Gessler hat seinen Hut öffentlich und für alle sichtbar aufgestellt, um den Leuten den Respekt abzufordern.
    Nicht einmal er hat seinen Hut irgendwo im Gebüsch versteckt und ist dann über die Ahnungslosen hergefallen, die unwissend daran vorbeigegangen sind.
    Selbst damals eine Frage der Fairness ?
    Heute Raubrittertum bekleidet mit dem Mäntelchen „Sicherheit im Straßenverkehr“ ?
    Die Frage „oder kann es sein, dass das Kassieren von Strafgeldern im Vordergrund steht ?“ läßt
    sich nur mit Paul Panzer beantworten: RICHTIG !

  2. Tomherkules says:

    Ein steirischer Politiker, der ausdrücklich namentlich nicht erwähnt werden wollte, hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, daß Einnahmen aus Verkehrsübertretungen bereits als Fixposten für das Fiskaljahr 2013 budgetiert wurden.

    Im Umkehrschluss heißt das, wenn sich alle Autolenker an die Vorschriften halten, verursacht dies ein massives finanzielles Problem.

    Welche Weisung geht dann an die Polizei? Wahllos Nummerntafeln notieren um die Lenkerinnen und Lenker monatelang später Verkehrsübertretungen zu bezichtigen, die sie gar nicht begangen haben bzw. sicher nicht mehr erinnern können?

    Können Sie sich 3 Monate später mit 100%iger Gewissheit daran erinnern, beim Verlassen eines Kreisverkehres wirklich nicht zu spät den Blinker betätigt zu haben? Und finden Sie mindestens 10 Zeugen die dies bestätigen?

    Sie werden wohl eher bevor Sie wegen 40 EURO in ein nervenaufreibendes und aussichtsloses Berufungsverfahren gehen zahlen, und sich im Stillen ärgern….oder….Sie beschließen, in Hinkunft auf die Verkehrsregeln grundsätzlich zu „pfeifen“, und sich im Straßenverkehr so zu verhalten, wie es Ihnen ohnehin der „Hausverstand“ vorgibt. Denn irgendwann bekommen Sie ohnehin einen Zahlschein, egal wie sehr Sie sich bemühen den uniformierten Raubrittern auszukommen….

  3. Spannend, jetzt hat sich doch glatt herausgestellt, Hauptverursacher von Unfaellen ist Unaufmerksamkeit, vor allem durch telefonieren am Steuer. Das erhaertet meinen Verdacht, Behoerde reiht ungeklaerte Unfallursache immer in die Rubrik „ueberhoehte Geschwindigkeit“ (eh klar, wennst nicht mehr rechtzeitig bremsen kannst, warst zu schnell). Daher naheliegend: die ganze Truppe stuerzt sich auf Tempolimits, eh klar, ist doch ganz einfach exekutierbar und auch argumentierbar. Intelligente Verkehrsueberwachung ist ja viel zu aufwendig, wo kaemen wir da hin, kostet auch zu viel. Also einfachen und ertragreichen Weg gehen, die Vermeidbaren Toten und Verletzten haben halt Pech gehabt, so ist das Leben !

  4. In Schweden steht vor (fast) jedem Blitzer ein Warnschild.

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