Warum funktioniert die Rettungsgasse nicht ?


IMG_3452_mod_kleinerDa die Pannenstreifen auf den Autobahnen in vielen Fällen zu schmal bzw. teilweise überhaupt nicht vorhanden sind, wurde bereits vor mehr als einem Jahr die Rettungsgasse in Österreich eingeführt, um den Einsatzfahrzeugen ein schnelleres Vorankommen zum Einsatzort zu ermöglichen.

In den vergangen Tagen haben sich zwei Massenkarambolagen auf Österreichs Autobahnen ereignet und die Einsatzkräfte haben sich wieder, wie schon so oft, über das Nichtfunktionieren der Rettungsgasse beschwert und mussten schweres Bergegerät hunderte Meter zu Fuß zum Unfallort schleppen. Damit vergehen sinnlos wertvolle Minuten zur Rettung von Menschenleben.

Wenn man die Angelegenheit positiv betrachtet, sollte man eigentlich zum Schluss kommen, dass es beim Bilden einer ordentlichen Rettungsgasse eigentlich nur Gewinner gibt. Die Rettungskräfte sind schneller am Einsatzort, Verletzen oder Kranken kann rascher geholfen werden und die Wartezeit im Stau verkürzt sich. Wirkliche Nachteile sind eigentlich nicht erkennbar. Das Bilden einer Rettungsgasse kostet weder Geld, noch ist besonderes Fahrkönnen oder besondere Mühe gefragt – nur ein bisschen Aufmerksamkeit und vor allem guter Wille sind erforderlich.

Da sogar die Abschaffung der Rettungsgasse gefordert wurde, stellt sich die Frage nach Alternativen, diese sind die Kritiker aber bisher schuldig geblieben.

Peinlich erscheint in diesem Zusammenhang die Aussage eines ÖAMTC-Sprechers im Radio-Wien-Interview, dass es sich bei der Rettungsgasse um eine „Totgeburt“ handle. Eine unglaubliche Aussage für einen Vertreter eines Automobil-Clubs – wie sollen die Einsatzkräfte im oft kilometerlangen Stau sonst möglichst rasch  zum Einsatzort gelangen ?

Jeder einzelne Straßenverkehrsteilnehmer, vor allem aber die Kritiker sollten bedenken, dass sie auch einmal in eine Notfall-Situation geraten könnten, in der vielleicht sogar das Leben in Gefahr ist.

Sie werden dann dringend auf Hilfe warten und hoffen, dass die Einsatzkräfte durch eine funktionierende Rettungsgasse möglichst rasch vorankommen und helfen können.

Also warum funktioniert die Rettungsgasse nicht ?

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Comments

  1. Soweit ich mitbekommen habe, war das lediglich ein ehemaliger Mitarbeiter des Öamtc, vielleicht hat sich ein aktueller dazu nicht äußern wollen?
    Ich halte die Rettungsgasse auch für eine gute Sache, aber solange sich nicht alle!! daran halten bzw. gar nicht wissen was das ist (man denke an die nichteuropäischen Autofahrer auf unseren Autobahnen, die das vielleicht gar nicht kennen), wird’s immer Kritiker geben.

  2. es ist wie mit dem Reißverschlusssystem ….das funktioniert ja leider auch nicht. ….bei solchen Systemen wird immer davon ausgegangen, es mit verantwortungsvollen aufmerksamen Autofahrern zu tun zu haben …dem ist leider nicht so.

  3. Als Vielfahrer kann ich bestätigen, dass die Rettungsgasse schlichtweg nicht funktioniert. Warum das so ist, weiss ich nicht. Ich muss ehrlich gestehen, ich halte mich auch kaum daran, weil ich einfach nicht daran denke. Ein Grund für das Nichtfunktionieren könnte sein, dass das der Rettungsgasse zugrunde liegende Gesetz von der Exekutive kaum sanktionierbar ist. Soll die Polizei Dutzende unfolgsame Autofahrer im Stau bestrafen? Stelle ich mir schwierig vor. Wenn es zu einer Karambolage kommt – wie im aktuellen Fall – hat unser Freund und Helfer Wichtigeres zu tun, als Nichtbeachter der Rettungsgasse zu bestrafen.
    Am besten die Rettungsgasse sofort wieder abschaffen, auch wenn’s gut gemeint war.

    • Abschaffen, nur weil es nicht funktioniert ?
      Da gäbe es aber eine Menge zum Abschaffen !

      • The Insaint says:

        „Abschaffen, nur weil es nicht funktioniert ?“
        Ja, man stelle sich vor, genau deswegen!
        Sofern das nicht ironisch gemeint war ist es eine sehr dumme Aussage. Wenn etwas nicht funktioniert und damit Leben aktiv gefährdet, dann ist das _umgehenst_ zu entfernen. Völlig logisch.

        Die Rettungsgasse ist in der Tat eine Totgeburt. Das in Österreich die Pannenstreifen „auf den Autobahnen in vielen Fällen zu schmal bzw. teilweise überhaupt nicht vorhanden sind“ ist schlicht gelogen. Das mag auf Deutschland zutreffen, aber nicht auf Österreich.
        Und man muß nochmal erwähnen: Dort, wo es keinen Pannenstreifen gibt, gibt es auch keine Rettungsgasse. Wo soll denn der Platz herkommen, wenn er nicht da ist?
        Die Frage nach einer „Alternative zur Rettungsgasse“ ist Schwachsinn, denn die RG selbst _ist_ eine Alternative. Nämlich zum funktionierenden Pannenstreifen, der in ganz Europa gilt. Und noch dazu eine sehr schlechte, geradezu hirnlose Alternative.
        Wirkliche ALternativen wären einspurige Fahrzeuge, Fluggeräte oder auch mal ganz simpel die Anfahrt von der anderen, freien Seite, anstatt mitten durch den Stau (eine Aktion, die ansich betrachtet ja schon Volkstrottelcharakter hat).
        Wenn man ernsthaft etwas zum Guten verändern möchte, dann muß man schon ein wenig das Hirn bemühen, aber das schaffen die meisten ja nicht mehr, wie man sieht …

      • Dinge nur deswegen abzuschaffen, weil sie nicht funktionieren ist ein etwas sonderbarer Ansatz. Oder würden Sie auch die Benützungspflicht des Blinkers oder die Pflicht zur Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen abschaffen, nur weil die Einhaltung dieser Pflichten vielfach nicht funktioniert ? Weiters wäre es interessant zu erfahren, warum die Rettungsgasse „Leben aktiv gefährdet“ ? Ihrer Meinung zu den Pannenstreifen auf österreichischen Autobahnen ist zu entnehmen, dass Sie scheinbar nur sehr selten auf Autobahnen unterwegs sind und daher die Situation nicht ausreichend kennen. Abgesehen davon, wie schon der Name sagt, handelt es sich bei einem Pannenstreifen nicht um einen Rettungsstreifen. Wie die Erfahrung in der Vergangenheit gezeigt hat, wurde und wird der Pannenstreifen im Falle eines Staus oft von ungeduldigen Autofahrern befahren, damit entstand auch auf dem Pannenstreifen ein Stau und war damit für die Rettungskräfte nicht mehr nutzbar. Ein weiterer Grund für die Einführung der Rettungsgasse. Das Argument, dass die Rettungsgasse auch nicht funktioniert, wenn kein Pannenstreifen vorhanden ist, ist ebenfalls auf Unwissenheit zurückzuführen. Selbst eine zweispurige Autobahn ist inklusive der Randstreifen ca. 9 Meter breit. Selbst wenn zwei große Lastkraftwagen vorschriftsmäßig nebeneinander in der Rettungsgasse unterwegs sind verbleiben daher ca. 3-4 Meter für die Rettungsgasse. Was die Diskussion allerdings eindeutig zeigt, die Frage des Artikels ist falsch gestellt. Sie müsste eigentlich lauten: „Warum funktioniert das Bilden der Rettungsgasse nicht ?“ Das die Rettungsgasse technisch und mit gutem Willen aller Beteiligten funktioniert, zeigen viele positive Beispiele. Was die von Ihnen angeführten Alternativen anbelangt, gehe ich davon aus, dass diese nicht ganz ernst gemeint sein können. Wie Sie ja sicherlich wissen, ist die Rettungsgasse in jedem Stau – auch ohne Unfall – zu bilden, um Einsatzfahrzeugen das rasche Vorankommen zu ermöglichen.

        Also in diesem Sinne: Sollten Sie einmal auf einer Autobahn dringend auf Hilfe angewiesen sein, wünsche ich Ihnen eine gut funktionierende Rettungsgasse !

      • The Insaint says:

        „Dinge nur deswegen abzuschaffen, weil sie nicht funktionieren ist ein etwas sonderbarer Ansatz.“
        Äh … lol? Ist jetzt nicht wirklich ernst gemeint, hoffe ich …

        „Oder würden Sie auch die Benützungspflicht des Blinkers oder die Pflicht zur Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen abschaffen, nur weil die Einhaltung dieser Pflichten vielfach nicht funktioniert ?“
        Abgesehen davon, daß die Einhaltung größtenteils ohnehin eingehalten werden, so behindern diese Aktionen nicht wirklich den Verkehrsfluß. Wenn von 100 Autofahrern einer keinen Blinker setzt oder 140 statt 130 fährt, dann funktioniert der Verkehr trotzdem. Wenn aber von 100 Autofahrern nur 1 _nicht_ bei der Rettungsgasse mitmacht, funktioniert es nicht mehr.
        Das ist auch der Grund, warum eine Rettungsgasse Leben aktiv gefärdet. Durch das Fehlverhalten „Rettungsgasse“, die keiner Logik entspricht und daher auch von einem Durschnittsmenschen nicht erkannt wird, behindert dies aktiv das Durchführen von Rettungsmaßnahmen. Das hat man ja auch in der letzten Zeit wieder hören müssen. Wer das nicht erkennen will, der lügt sich in die eigene Tasche oder ist einfach nur dumm.

        „hrer Meinung zu den Pannenstreifen auf österreichischen Autobahnen ist zu entnehmen, dass Sie scheinbar nur sehr selten auf Autobahnen unterwegs sind und daher die Situation nicht ausreichend kennen.“
        Ich kenne die Situationen sehr wohl ausreichend und genauso sehe ich auch die Pannenstreifen. Man könnte hier und da noch welche ausbauen aber im Grunde ist schon OK.

        „Abgesehen davon, wie schon der Name sagt, handelt es sich bei einem Pannenstreifen nicht um einen Rettungsstreifen.“
        … und das soll jetzt was bedeuten? Ist auch völlig Schnuppe, wie das Ding genannt wird, Hauptsache, man kann im Falle des Falles darauf vorankommen.

        „Wie die Erfahrung in der Vergangenheit gezeigt hat, wurde und wird der Pannenstreifen im Falle eines Staus oft von ungeduldigen Autofahrern befahren, damit entstand auch auf dem Pannenstreifen ein Stau und war damit für die Rettungskräfte nicht mehr nutzbar.“
        Aja … und die Rettungsgasse umgibt ein schweres Energiefeld, in welches keine anderen Fahrzeuge als die vom Rettungsdienst eindringen können, oder wie?
        Lächerlich.

        „Selbst eine zweispurige Autobahn ist inklusive der Randstreifen ca. 9 Meter breit.“
        Korrektur. Erstens hat Sicherheit nichts mit „ca.“ zu tun. Da muß man schon mit reellen Fakten kommen. Damit ergibt sich folgendes:
        Eine zweispurige Autobahn ist entweder 7.75m oder 8.75m. Diese Maße sind wichtig zu wissen.

        Zweitens:
        „Selbst wenn zwei große Lastkraftwagen vorschriftsmäßig nebeneinander in der Rettungsgasse unterwegs sind verbleiben daher ca. 3-4 Meter für die Rettungsgasse.“
        Das schöne an Physik und Mathematik ist, daß sie nicht wegdisktuiert werden kann. Sie ist Fakt.
        Rechnen wir daher mal nach:
        LKW dürfen 2,55 bis 2,60m breit sein (ohne Außenspiegel).
        2 x LKW á 2.55m = 5.10m (ohne Außenspiegel)
        8.75m – 2.55m = 3.20m
        Wir haben also im absoluten und in der perfekten Welt 3.2m Breite für die Rettungsgasse.
        So, weil wir aber nicht in einer perfekten Welt leben, hat jeder LKW zwei Außenspiegel, die wir mit jeweils 10cm verrechnen können:
        3.20m – 0.40m = 2.80m
        Und weil auf den Straßen keine nervenstarken Rennprofis fahren, wird zu jeder Seite auch noch ein Sicherheitsabstand gehalten. I.d.R. würde jeder Autofahrer da wohl mehr als 20cm befürworten, aber aus Jux nehmen wir doch Profis an und setzten nur 10cm an jede Seite:
        2.80m – 0.40m = 2.40m

        Resultat: Es bleiben, im Idealfall, 2.40m Platz für eine Rettungsgasse. Das ist schön, nur blöd, daß da ein Rettungs-LKW z.B. da trotzdem nicht mehr durch kommt (wir erinnern uns: 2.55m bzw. 2.60m ohne Außenspiegel). Dann kommen noch so Kleinigkeiten wie Schrott oder andere Hindernisse hinzu, die ein Ausweichen erforderlich machen und die tolle Rettungsgasse schmälert, aber das mal außen vor.
        Ein schmaler PKW käme da vielleicht gerade mal so durch, aber das ist eher witzlos, wenn er nur im Schleichgang durchfahren kann.
        Man sieht, egal wie sehr man versucht, mit Fehlinformationen etwas nichtfunktionierendes schönzureden. Mit ein wenig nachdenken und nachrechnen kommt die Wahrheit an’s Licht.

        „die Frage des Artikels ist falsch gestellt. Sie müsste eigentlich lauten: “Warum funktioniert das Bilden der Rettungsgasse nicht ?”“
        Das haben viele schon seit Anbeginn dieses Unsinns bereits erklärt: Weil man versucht, unbedarfte und untereinander unbekannte Menschen zu einer einheitliche Aktion zu bringen. Sowas funktoniert aber nur beim Militär oder nach gehöriger Absprache untereinander.
        Mit ein wenig nachdenken ergibt sich die Logik auch von selbst:
        Beim Pannenstreifen müssen nur minimal 33,3% aller Autofahrer agieren. Bei einer Rettungsgasse müssen 100% agieren. D.h., bei einer Rettungsgasse müssen 2/3 mehr Personen mitmachen, damit das funktioniert. Das ansich ist schon schlimm, aber das die 2/3 mehr eben dann 100% ausmachen müssen und man auch noch glaubt, daß dies so funktionieren wird, grenzt ja schon an die einfältige Gutgläubigkeit eines vierjährigen Kindes.

        „Das die Rettungsgasse technisch und mit gutem Willen aller Beteiligten funktioniert, zeigen viele positive Beispiele.“
        Nicht wirklich. Die „vielen Beispiele“ zeigen bloß, daß man eine ganze Spur freihält. Das hat mit „Rettungsgasse bilden“ nichts zu tun.

        „Was die von Ihnen angeführten Alternativen anbelangt, gehe ich davon aus, dass diese nicht ganz ernst gemeint sein können.“
        Wieso nicht? Weil sie effektiver wären als eine Rettungsgasse? Oder weil man für die Umsetzung vielleicht ein wenig mehr Hirnschmalz einsetzen müßte als alles auf den Autofahrer abzuwälzen? Aber ich weiß, denken ist ja nicht mehr „in“ heutzutage …
        Alleine mit den Geld, die die skadalöse Werbekampagne zur Rettungsgasse gekostet hat, hätte man schon genug Grundkapital gehabt, um in diese Richtung mal etwas zu unternehmen.

        „Wie Sie ja sicherlich wissen, ist die Rettungsgasse in jedem Stau – auch ohne Unfall – zu bilden, um Einsatzfahrzeugen das rasche Vorankommen zu ermöglichen.“
        Solche Aussagen sind der Grund, warum es mittlerweile keine Sau mehr interessiert. Man verlangt einen Riesenaufwand zu betreiben für … nichts. Oder für ein „mögliches“ etwas. Das ist sowas von grundfalsch, man möchte meinen, das wird von Kindergartenkinder entschieden.
        Aja, warum sollten eigentlich Einsatzfahrzeuge durch eine Rettungsgasse fahren, wenn an deren Ende gar kein Unfall ist resp. kein Einsatzfahrzeug gebraucht wird? Das sind eben genau diese Aussagen, die ersten eine Ablehnung erzeugen, zeigen, daß gelogen wird und keine Logik zu erkennen geben.
        Jeder Menschenkenner weiß, daß man Akzeptanz zu einer Sache nur dann bekommt, wenn man ehrlich ist und es logisch nachvollziehbar ist. Beides ist bei der Rettungsgasse nicht vorhanden (wie auch bei so manch anderen Dingen).

        „Also in diesem Sinne: Sollten Sie einmal auf einer Autobahn dringend auf Hilfe angewiesen sein, wünsche ich Ihnen eine gut funktionierende Rettungsgasse !“
        Nein danke. Wenn ich wirklich mal Hilfe benötige, dann wünsche ich mir die schnellst mögliche Hilfe. Und wie die dann aussieht ist mir ziehmlich wurscht …

  4. Rettungsgasse? Das normalste in solchen Fällen, oder?
    Fröhliche Ostertage ♥
    Gabs

  5. Bislang hat das immer geklappt mit der Rettungsgasse.

    Frohe Ostern wünsche ich dir.

    LG Mathilda 😉

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