Der Piktogramm – Unsinn


Wir leben in einer Zeit, in der laufend nach drohenden Gefahren und deren Verhinderung geforscht wird. Damit verbunden ist natürlich auch immer die Suche nach den Schuldigen des Unglücks, wenn eines passiert. Es ist ein deutlicher Trend zum Fremdverschulden erkennbar, selten darf man selbst schuld sein.

Für jede vorhersehbare, drohende Gefahr gibt es schon mindestens ein Piktogramm. Um sich nun vor etwaigen Haftungen zu schützen, werden an potentiellen Unglücksstellen massenweise Piktogramme und Warnhinweise angebracht.

Wie beim vorliegenden Beispiel an einer Rolltreppe. Hier versucht man scheinbar durch das Anbringen von ganzen sieben Piktogrammen alle Eventualitäten eines Unfalles von vorne herein zu verhindern. Eigentlich müssten sich an dieser Rolltreppe endlose Menschschlangen bilden, da das Erkennen und Erfassen der Piktogramme sicher nicht im raschen vorbeigehen möglich ist.

Was soll nun wirklich damit bezweckt werden?

Sollen die Passanten vor den drohenden Gefahren tatsächlich gewarnt werden – was ja in der Realität durch die kurze Zeit, welche zur Wahrnehmung tatsächlich zur Verfügung steht, nicht möglich ist. Oder ist das eine reine Abwehrmaßnahme, um im Falle eines Unfalles darauf verweisen zu können, dass auf die möglichen Gefahren aufmerksam gemacht wurde.

Ist das sinnvoll?
Wem ist mit solchen Maßnahmen tatsächlich geholfen?

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Comments

  1. Ich denke die möchten sich auf die sichere Seite begeben, deshalb die vielen Hinweise, was alles passieren könnte.
    Ich hab am Freitag in Innsbruck in einem Einkaufszentrum so einen 5 oder 6 jährigen Buben auf so einer Rolltreppe rumspielen sehen, mir ist fast das Herz stehengeblieben, weil ich genau an diese Gefahren denken musste,
    Seine erwachsenen Begleiter haben seelenruhig am Fuße der Rolltreppe weitergeratscht.
    Die hätten vielleicht so ein langes auffallendes Piktogramm gebraucht.

    • In den meisten Fällen wäre ganz einfacher Menschenverstand schon ausreichend !

      • Wie recht du hast, aber wer hat den schon? 😉

      • Ich denke unsere Eltern hatten diesen – auch ganz ohne Piktogramme haben sie uns durch unsere ersten Lebensjahre geleitet – nur mit ihrem Menschenverstand und ihrem Bestreben, ihre Kinder vor Schaden zu bewahren.
        Schönen Abend,
        Liebe Grüße
        Michael

      • ja, das glaube ich auch, wobei ich nicht ganz ausschließe dass meine Generation auch noch dazu geneigt hat Gefahren zu erkennen. Zumindest wenn ich mich zurückerinnere, was ich meinen Töchtern oft gesagt habe, diese Rolltreppenspielerei hätte es hier nicht gegeben.
        Dir auch einen schönen Abend, liebe Grüße
        Sina

  2. Ich finde es nett, dass die Piktogramme am Boden der Rolltreppe angebracht sind. Man stelle sich einmal vor was bei Verwendung von Überkopfpiktogrammanzeigern alles passieren könnte! Kopfschütteln.

  3. moreka1512 says:

    Wir haben uns früher auf’s Geländer gesetzt und sind runtergerutscht, ha und ich lebe noch 😉 !
    Aber es stimmt, die wollen sich generell vor Haftung schützen!!! Das ist bei Straßenschäden oder Einsturzgefahr auf Waldwegen nicht anders, Schild aufstellen – fertig 😕 .

    • Vor Haftung schützen ist ok !
      Aber trotzdem muss die Maßnahme sinnvoll und nachvollziehbar, also eine wirkungsvolle Warnung bleiben. Sonst sehe ich das als Alibihandlung, um bei einem Rechtsstreit die bessere Position zu haben. Das ist aber aus meiner Sicht nicht der Sinn der Sache !

  4. Ich glaube, die dienen nur zur Abwehrmaßnahme um „gesichert“ zu sein, wenn etwas passiert.
    Du hast auch den Menschenverstand angesprochen. Ja, der wäre meist sehr hilfreich, wenn er denn eingesetzt würde. Aber da heutzutage ja alles mögliche mit Ver- und Gebotsschildern versehen wird und / oder auch mit baulichen Maßnahmen abgesichert wird.
    Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich sollen besonders Kinder vor Gefahren geschützt werden. Nur denke ich, wenn immer mehr so „geregelt“ wird, dass ncihts passieren kann, wird es für Kinder schwer, Gefahren zu erkennen, wenn es mal irgendwo solche Maßnahmen nicht gibt. Da wäre es schon besser, wenn sie dies von ihren Eltern vermittelt bekommen, so wie es ja auch bei uns noch üblich war, als wir Kinder waren.
    LG Gabi

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